2. Juli 2020

Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung

Liebe Bürger,

der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist mir im Rahmen meiner parlamentarischen Arbeit ein besonderes Anliegen.

FGM bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung und damit vorsätzliche Verstümmelung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane. Diese bestialische Prozedur wird üblicherweise von medizinisch völlig ungeschulten Personen mittels Rasierklingen oder Glasscherben vorgenommen, ohne jegliche Betäubung und oftmals unter unhygienischen Bedingungen.

Die Hauptverbreitungsgebiete dieses unmenschlichen und bestialischen Rituals sind das westliche und nordöstliche Afrika sowie der Jemen, der Irak, Indonesien und Malaysia und wird dort vor allem aus der Tradition heraus begründet. Weitere Gründe für die Praktizierung von FGM ist oft auch die Angst der dortigen Männer vor Kontrollverlust bzw. davor von ihren Frauen betrogen zu werden oder deren sexuellen Anforderungen nicht genügen zu können. Mittels FGM wird daher aus Sicht der Männer auch sichergestellt, daß die Lust der Frauen an Sexualität zerstört wird und sie somit leichter zu kontrollieren sind.

Bereits Anfang dieses Jahres habe ich mich als Koordinatorin für Frauenrechte im EU-Parlament mit einem Änderungsantrag zur Istanbul Konvention eingebracht, der zum Ziel hatte, diese widerliche Praxis offensiv innerhalb der EU zu thematisieren, damit sie effektiv bekämpft und unterbunden werden kann.

Leider wurde mein Antrag im Parlament abgelehnt, weil ich als AfD-Abgeordnete das falsche Parteibuch besitze. Man erging sich stattdessen bislang lieber in allgemeiner, geheuchelter Betroffenheit und scheinheiligen Sonntagsreden, ohne jeden praktischen Nutzen.

Nun hat die EU augenscheinlich doch die Wichtigkeit dieses Themas erkannt und kürzlich eine Resolution zur Bekämpfung von FGM verabschiedet. Gerade in Deutschland sind seit Beginn der Flüchtlingskrise und zuletzt in den Jahren 2018 und 2019 die Fallzahlen massiv angestiegen, wie eine Anfrage der Berliner AfD jüngst zu Tage förderte.[1]

Damit es in dieser Angelegenheit jedoch nicht nur bei EU-typischen Lippenbekenntnissen bleibt, habe ich zusammen mit meinem Fraktionskollegen Lars Patrick Berg eine schriftliche Anfrage an die Kommission gestellt, um zu erfahren, mit welchen konkreten Maßnahmen die Resolution nun in der Praxis umgesetzt werden soll.

Zur Beantwortung steht beispielsweise die Frage, wie die EU die Durchführung von FGM verhindern will, wenn Eltern ihre Töchter kurzzeitig in jene Heimatländer verbringen, in denen FGM als legal betrachtet wird.

Die finnische Einwanderungsbehörde schätzt, daß 85-90 % der Somalis, die in Finnland Asyl suchen, Analphabeten sind. Gleichzeitig ist Somalia auch das Land mit der weltweit höchsten Prävalenz von weiblicher Genitalverstümmelung.[2] Die Frage stellt sich nun, wie Mitglieder aus dieser bildungsfernen Gruppe angesprochen werden sollen, da diese gerade nicht mit den üblichen textbasierten Mitteln wie Informationsbroschüren oder Websites erreicht werden können.

Auch stellt sich die Frage, wie es einzelnen Mitgliedern der entsprechenden ethnischen Gruppen – welche möglicherweise kritisch zur FGM stehen oder gar selbst Opfer geworden sind – ermöglicht werden kann, leichter mit den Sicherheitsbehörden oder Jugendeinrichtungen der Aufnahmeländer in Kontakt zu treten.

Ich bin nun ebenso gespannt wie mein Fraktionskollege Lars Patrick Berg, welche Antwort die EU-Kommission uns hier geben wird, wie lange diese auf sich warten lässt und ob am Ende des Tages wirklich Maßnahmen dabei herauskommen, die auch in der echten Welt funktionieren und nicht nur in der wirklichkeitsfremden Gedankenblase einiger EU-Bürokraten.

Sobald ich dazu neue Informationen erhalte, werde ich Ihnen diese sehr gerne wieder über meine Social-Media Kanäle mitteilen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Christine Anderson, MdEP (AfD)

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[1] https://www.morgenpost.de/berlin/article229072797/Mehr-Frauen-mit-Genitalverstuemmelungen-in-Berliner-Kliniken.html
[2] https://svenska.yle.fi/artikel/2010/03/31/nastan-alla-somaliska-flyktingar-ar-analfabeter

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